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Highschool Experience

 

Jenny über ihr High School-Jahr in den USA

Jenny verbrachte das Schuljahr 2007/08 in Wisconsin, USA

Die Idee, nach Amerika zu gehen, kam eher spontan. Nach Sprachreisen nach Grossbritannien und Frankreich stand es bald für mich fest, es ein ganzes Jahr zu versuchen, und zwar in den USA. Warum gerade dort, fragten mich viele, und ich konnte es nicht eindeutig beantworten, denn McDonald habe ich beispielsweise nicht besonders gemocht. Aber Spass bei Seite, es waren vielleicht die Berichte, die ich über die Schulaufenthalte in den USA gelesen und gehört habe, aber vielleicht nur das Fernweh und der Wille , etwas Neues auszuprobieren, die mich regelrecht dazu trieben, meine Eltern davon zu überzeugen, dass es richtig sei…. Und ich habe sie überzeugt, na ja fast, denn vor allem mein Vater war etwas skeptisch, auch wenn er mir bei den Vorbereitungen geholfen hat. Meine Mutter war wohl etwas optimistischer und auch sie widmete sich der Vorbereitung. Nach dem ich also meine Eltern von meinem Vorhaben überzeugt hatte, dass ein Jahr in den USA als Austauschschürerin zu verbringen, kein Grund zur Panik sei, ging alles relativ schnell.

Aber was sind die persönlichen Voraussetzungen für diesen Schritt?

Man muss weder sehr gut Englisch sprechen können, noch auf irgendeine Art und Weise „hyperintelligent“ sein. Man muss es nur wirklich wollen. Den Entschluss zu fassen, ein Jahr in den USA zu verbringen, ist sicher nicht leicht. Man muss darüber im Klaren sein, seine Freunde, Familie und die gewöhnte Umgebung lange nicht mehr zu sehen. Es ist nicht so, dass der Kontakt abrupt abgebrochen wird und man ein Jahr nichts von einander hört, doch sollte man nach und nach den Kontakt bis auf einmal monatlich verkürzen. Es hilft nicht nur einem selbst sich besser auf die neue Umgebung einzulassen, sondern auch den amerikanischen Gastfamilien und den Mitmenschen dort, die Chance zu optimieren, dass das neue Familienmitglied sich wohlfühlt und gut integriert.  

Sobald das Schulleben in den USA angefangen hat, wird es vielleicht erst einmal einen „Schock“ geben. Schule ist nicht mehr das, was man hier aus Deutschland gewohnt ist. Alles ist anders. Das Verhältnis zwischen Lehrern und Schülern ist sehr vorbildlich und vom gegenseitigen Respekt gezeichnet. Auffallend ist, dass dort keiner ausgelacht- oder lächerlich gemacht wird, zumindest war es so auf der Schule die ich in den USA besuchte.

Die Pausen zwischen den Unterrichtsstunden sind auf 2-4 Minuten verkürzt, was erst einmal schwer zu verkraften ist, und auch sonst ist einiges  gewöhnungsbedürftig. Dagegen sind die verschiedenen Kursangebote, in die man sich einwählen kann, sehr vielseitig. Ja, überragend und auch ein Trost für die fehlenden Pausen und die vielen Unterrichtsunden (8 tägl.).
Dann stellt man eines Tages fest, dass es viel Spass macht, eine amerikanische Schule zu besuchen, vor allem wenn man ein sehr offener Mensch ist: Man muss nämlich viel Aktivitäten starten und sehr viel reden, um neue Freunde und Kameraden zu gewinnen. Es ist durchaus auch möglich, jeden Tag in der Musikband zu spielen oder Chor, Kunst und Study Hall (Freistunde zum Lernen) zu haben, natürlich neben Fächern wie Englisch, Mathe usw. Aufgrund der Möglichkeit, seine Fächer in dem grossen Angebot dort teilweise selbst auswählen zu dürfen, macht es logischerweise auch mehr Spass, tagtäglich in die Schule zu gehen oder mit einem gelben Schulbus dorthin zu fahren. Ja, die gelben Schulbusse existieren wirklich, man wird von ihnen in die Schule gebracht, wieder abgeholt und so ein Bus  wird auch als Teamfahrzeug bei vielen Veranstaltungen  gebraucht. Ob man mit der Musikgruppe, mit einem Club odersportverein wegfährt- der Bus ist immer dabei.

Der Sport in den USA ist neben der Musik und dem Leben in verschiedenen Clubs ein bedeutsamer Bestandteil der Gesellschaft. An  meiner High School gab es drei verschiedene Sportsaisons, welche mit den folgenden Sportarten gefüllt waren: 1)Football, Volleyball, Cross Countrys 2) Basketball  3)Track and Field, Baseball, Softball. Zu den regelmässig stattfindenden Wettkämpfen kamen Mitglieder der Familie, Freunde- eigentlich die ganze Stadt, welche das zugehörige Team anfeuerte.

An Essen fehlte es nicht, es war möglich sich an den Concession Stands mit allem Möglichen, wie Hot Dogs, Popcorn, fruits, candys usw. einzudecken. Soweit so gut, ich würde jedem empfehlen sich einem Team anzuschliessen, es wird grosse Freude mitbringen und auch neue Freunde und Erfahrungen.Wenn man dann in den ersten Wochen High School soweit ist und ein paar Freunde hat, wird es einfacher sein, mal wegzugehen. Mit 16 Jahren haben die meisten einen Führerschein und ein Auto und gehen mit den Freunden gemeinsam in die Mall, zum Essen oder schauen sich im Kino einen Film an.

Obwohl es so viele Möglichkeiten gibt, mit seinen Freunden Spass zu haben, darf man die Gastfamilie nicht vernachlässigen.
Dabei hatte ich mit meiner Gastfamilie so viel Glück. Sie haben mich als ihr Familienmitglied aufgenommen. Das galt auch für die etwas entfernten Mitglieder dieser Familie und für die Freunde. Wir unternahmen sehr viel zusammen, sodass meine Freunde sogar manchmal zu kurz kamen.

Mit meiner neuen Familie zusammen besuchte ich zum Beispiel das amerikanische Oktoberfest, wir gingen zu allen möglichen Familienfeiern, shoppen, in den  Urlaub (mit den Grosseltern, Onkel, Tante & Cousins) und erlebten viele andere tolle Sachen miteinander. Auch meine kleine Gastschwester und ich verstanden uns super, trotz fünf Jahren Altersunterschied. So konnten wir ständig etwas zusammen unternehmen. Im Sommer gingen wir „4- wheeling“ (4-Wheeler: Ein vierrädriges „all-terrain“ Fahrzeug), im Herbst gingen wir "down to the creck", im Winter Schlittenfahren und im Frühling wieder „4 whelling“. Wir schauten uns auch zusammen Filme an, spielten Catch Phrase und Dance Revolution, eine andere Lieblingsbeschäftigung war auch Kochen und  Essen.

Insgesamt gesehen war das Jahr so unglaublich, so wundervoll, dass ich es für nichts in der Welt eintauschen würde. Ich kann nur jedem Schüler, der die Möglichkeit hat, ein Auslandsjahr zu machen, empfehlen, dies auch zu tun. Es lohnt sich auf alle Fälle, ein Jahr in den USA zu verbringen und dort eine typische High School zu besuchen. Da mir mein Austauschjahr so gut gefallen hat, spare ich momentan für Flugtickets, um meine Gastfamilie und Freunde, mit denen ich telefonischen- und E-Mail Kontakt habe, zu besuchen.

Nun bin ich wieder in der deutschen Schule und ich gebe es zu, dass ich mich wieder umgewöhnen muss. Es ist nicht einfach. Trotzdem bin ich guten Mutes, mich bald wieder auf die deutschen Verhältnisse einstellen zu können. Wie gesagt, meine Auslanderfahrungen und die Verbesserung meiner englischen Sprachkenntnisse möchte ich nicht mehr vermissen.

Jenny


 

Weitere Informationen zum High School-Programm:
Ian Cryer High School-Programm
Ian Cryer - LSI High School Programm

Ian Cryer

ic@lsi.edu

Tel +41 44 251 58 25

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